IRIS STROMBERGER

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"Alles Theater"  

Das fulminante Ein-Frau-Solo in 10 Rollen ist eine augenzwinkernde Satire über das moderne Regietheater, über das making-off. Das, was dem Zuschauer üblicherweise verborgen bleibt, wird in den Focus gerückt: das Leben hinter den Kulissen.

In ca. 90 min. treten die verschiedensten Typen rund um das Theater auf.

Alle leisten sie ihren Beitrag zu einer öffentlichen Probe, zu der die Berliner Starregisseurin Jutta Altenfels eingeladen hat. Sie will an einem Stadttheater „Wilhelm Tell“ inszenieren. In einer Fusion aus Schillers Schauspiel und Rossinis gleichnamiger Oper.

Erstmals werden in Europa unter Regisseurin Altenfels Schauspieler das Libretto singen und Opernsänger Schillertext sprechen, auf diese Weise komme Komik in den Gesang und Pathos in den Text ... sagt Frau Altenfels.

Zutage treten Träume, Unzulänglichkeiten, Eitelkeiten und Selbstüberschätzungen liebenswerter Theatermenschen.

Da gibt es die aufdringliche Maskenbildnerin, die verkannte Garderobiere, die entrückte Dramaturgin, die verhuschte Souffleuse und viele mehr.

Keiner macht, was er soll, jeder macht, was er will, aber alle machen mit.
Der eine liefert den Text, der andere die Musik und das kleine Stadttheater gibt dem Ganzen den Rest.

Es gibt eine heimliche Heldin in dem ganzen Spiel, aber die gibt sich erst ganz am Schluß zu erkennen.

ALLES THEATER ist eine Liebeserklärung an einen von Verrückten bevölkerten Betrieb, aber was wäre das Leben ohne ihn...

Presse:

Die Darmstädter Schauspielerin Iris Stromberger hat dem Theaterpublikum zum Auftakt des Schillerjahrs ein Geschenk gemacht.

...mit zehn Rollen aus dem Theaterbetrieb

...hat sie ihre Zunft zum Vergnügen des Publikums pointiert durch den Kakao gezogen.

...Ihre mimisch-gestische Verwandlungsfähigkeit versetzte das Publikum zu Recht in Begeisterung.

(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

...Alles Theater!, ist nicht nur eine dolle Verkleidungs-Show, sondern auch eine Liebeserklärung an einen schwerfälligen, von Verrückten bevölkerten Betrieb, aber was wäre das Leben ohne ihn.

...Während die Rossini-Ouvertüre nach und nach zu Tode beschleunigt, verlangsamt, elektronisiert, gejodelt wird, verwandelt sich die Schauspielerin äußerlich und innerlich zehn Mal vollständig.

...Die Robusten neben den Verstörten, das ist die Theaterwelt, die Stromberger vorführt, und wohl dem, der zu den Robusten gehört.

...Im Saal herrscht ohnehin die ganze Zeit Bombenstimmung.

(Frankfurter Rundschau)


Schillers „Tell" und Herzilein
Iris Strombergers Solo-Abend wurde im Stadtmuseum gefeiert
von PETER LORBER

SIEGBURG
„Wenn Schiller das wüsste“, titelte Iris Stromberger ihr „Ein-Frau-Solo", mit dem sie jetzt vor vollem Haus im Siegburger Stadtmuseum antrat. Man wird es ja nie erfahren, wie der Marbacher Poet tatsächlich über die Aufführung der Schauspielerin und Sängerin gedacht hätte. Doch darf angesichts der glanzvollen Leistung der Darmstädterin spekuliert werden, dass der große Klassiker schmunzelnd zur Kenntnis genommen hätte, mit welchen Problemen sich der Zeitgenosse herum schlagen muss, um den Wilhelm Tell auf die Bühne zu bringen. Denn die Welt der Theaterleute persiflierte das Multitalent Stromberger in dem von ihr selbst geschriebenen Stück.
Freilich hätte Schiller das Urheberrecht mit Gioacchino Rossini teilen müssen, da die Protagonistin Schauspiel, also Stück, und Oper zur „Stoper“ verschmolz. Diese Idee hatte sie als entrückte Chef-Dramaturgin („Man kann Schiller sonst heute nicht mehr verstehen“), die den Inhalt des Originals „bis zur Unkenntlichkeit paralysieren“ wollte. Der Aufforderung der Dramaturgin, die Stille des Raumes auf sich wirken zu lassen, kam in der nächsten Szene der Tontechniker indes nicht nach, der hatte ein ganz besonderes Musikverständnis, um der Stoper zum Klang zu verhelfen. So erschien es ihm einmal richtig, mit „Herzilein“ die Zuneigung der Eheleute Tell zu untermalen, um mit „Je t'aime ... moi non plus“ das Bild des Abschieds des kleinen Walters von Muttern zu überzeichnen.
Zehnmal schlüpfte Stromberger im Laufe des Abends in ein neues Gewand und hängte in der Garderobe auch stets den soeben verkörperten Charakter an den Kleiderhaken. Mit unglaublicher Präzision achtete die Künstlerin darauf, dass ja keine einzige Facette ein zweites Mal zutage trat. Da erzählte die betrunkene russische Violinistin Olga Ostrovskaja lasziv, wie sie zum „Unkündbarkeitsvertrag“ kam, indem sie dem Musikdirektor mit starker Hand beim Umgang mit dem Zepter half. Die Inspizientin benutzte sie, um die Intrigen hinter den Kulissen nach vorn zu kehren. Es bedurfte also nicht viel mehr als der analytischen Obduktion des täglichen Theaterbetriebes, um ein derartig kurzweiliges Mosaik zu arrangieren. Und das wurde mindestens so laut und stürmisch bejubelt wie große Inszenierungen von Wallenstein oder Don Carlos.
Wenn Schiller das wüsste!

(Rhein-Sieg-Rundschau)

Lamentierende Alte im Parkett

Siegburg - Was passiert, wenn Friedrich Schillers Stück „Wilhelm Tell“ mit Gioacchino Rossinis Oper „Guillaume Tell“ fusioniert? Die Erklärung ergibt sich durch einfache Wortverknüpfungen. Aus den Begriffen „Stück“ und „Oper“ und dem Namen „Tell“ entsteigt das Bühnenwerk „Stopertell“ dem Schatten der weltberühmten Vorgänger. Bis jedoch die moderne Version „Stopertell“ zur Aufführung gelangen kann, gibt es reichlich Arbeit.
Und das vor allem hinter den Kulissen. Schauspielerin Iris Stromberger kennt nicht nur die verschiedensten Charaktere, sie kann sie auch alle mit Leben füllen. Im Stadtmuseum Siegburg schlüpfte die Verwandlungskünstlerin in einem verblüffenden „Ein-Frau-Soloprogramm“ unter dem Motto „Alles Theater oder: Wenn Schiller das wüsste“ in zehn verschiedene Frauen-Rollen.
Darin karikierte sie mit atemberaubender Bühnenpräsenz die verschiedenen Akteurinnen rund um die gewagte Neuinszenierung „Stopertell“ am „Stadttheater XY“. Mit scharfsinnigem Blick für die kleinen und großen Eitelkeiten, Schwächen und Stärken der jeweiligen Figuren hat Iris Stromberger sich als Autorin des Stücks die Rollen gar selbst auf den verwandlungsfähigen Leib geschrieben. Die Zuschauer - zahlreich erschienen - amüsierten sich köstlich, als Stromberger in der Rolle der penetranten älteren Dauerabonnentin laut lamentierend in der ersten Reihe auf den Beginn der (eigenen) Vorstellung wartete.
Blitzschnell mutierte sie nach kurzem Verschwinden hinter dem Vorhang zur Inspizientin von „Stopertell“, die wiederum in breitem Sächsisch die Vorzüge ihrer Herkunft für das Theater herauskehrte. „Ich habe als ehemalige Arbeiterin einer Lebensmittelfabrik für Spreewaldgurken keine eigene Meinung, kann improvisieren und bin reaktionsschnell“. Darauf folgten die Dramaturgin in wichtiger Pose, die Maskenbildnerin, die sich nicht scheute, zwischen den Reihen die Zuschauer „aufzupolieren“, die burschikose Tontechnikerin und nicht zuletzt die überdrehte Regisseurin im Leder-Outfit.
Bemerkenswert präzise inszenierte Stromberger die Typologie der Figuren mit dem Tenor: Jede ist da wichtig, wo das Schicksal sie hingeführt hat, auch wenn sie vielleicht gerne etwas anderes geworden wäre. Ist eben alles nur Theater. Es gab tosenden Beifall für eine grandiose Darbietung.

(Kölner Stadt-Anzeiger)

Das dem Schiller-Jahr gewidmete Stück von Autorin und Verwandlungskünstlerin Stromberger handelt von einer öffentlichen Theaterprobe einer etwas anderen «Wilhelm Tell»-Inszenierung.

...Neunzig Minuten lang beweist Stromberger ihre sprachliche wie schauspielerische Wandlungsfähigkeit. Mit fliegenden Kostüm-, Perücken- und Dialektwechseln, eindeutiger Gestik und ausdrucksstarker Mimik verleiht sie den Charakteren Ausdruck.

Mit der Aufforderung «Schmeißen sie Ihre alten Schillerausgaben weg» endet der amüsante Ausflug in die Theaterwelt. Das Publikum bedankt sich mit Standing Ovations für die gelungene Premiere.

(Frankfurter Neue Presse)

..."kurzweilige, liebevoll-ironische Abrechnung mit dem modernen Regietheater"

...Iris Stromberger hat selbst die Texte für die zehn Theaterfiguren geschrieben, die sie bei ihrem Parforce-Ritt durch die Unzulänglichkeiten, Eitelkeiten und Selbstüberschätzungen liebenswerter Theatermenschen lebendig werden lässt...theaterbesessene Protagonisten.

...Stromberger, die in der Kleinkunstszene einen Namen hat, beweist ihre unglaubliche Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit, mit der sie sprachlich wie schaupielerisch jeder Figur Ausdruck verleiht,

...Gemeinsam mit dem Publikum wirft sie einen Blick auf das schillernde Künstlervolk, das sie kurzweilig und ironisch mit seinen Schwächen und Eitelkeiten karikiert.

...Das Publikum bedankt sich mit Standing Ovations....

(Bad Vilbeler Anzeiger)

„(…) Wer hat sich nicht schon manchmal gefragt: „Was will uns der Regisseur wohl damit sagen?“ Die Darmstädter Schauspielerin Iris Stromberger hat dem Theaterpublikum deshalb zum Auftakt des Schillerjahrs ein Geschenk gemacht. Sie hat sich zehn Rollen aus dem Theaterbetrieb auf den Leib geschrieben: Als überforderte Inspizientin und verstiegene Chefdramaturgin, als verkannte Garderobiere und überspannte Souffleuse, als Diva und Tontechnikerin ist sie jetzt bravourös in der Alten Mühe in Bad Vilbel aufgetreten.
Unter dem Titel „Alles Theater! Oder: Wenn Schiller das wüsste…“ hat sie ihre Zunft zum Vergnügen des Publikum pointiert durch den Kakao gezogen. (…) Von Rossinis galoppierenden Rhythmen begleitet, gelang es der Schauspielerin, die Kostüme und Masken in einem Höllentempo hinter der Bühne zu wechseln. Ihre mimisch-gestische Verwandlungsfähigkeit versetzte das Publikum zu Recht in Begeisterung.“

(FAZ)

Iris Stromberger gab einen augenzwinkernden Schnellkurs durch den Kulturbetrieb: Keiner macht, was er soll, jeder macht, was er will, aber alle machen mit. Einschließlich der ebenso voluminösen wie alternden Operndiva, die mit wallenden Gewändern von ihren Triumphen aus 50 Jahren Bühnenpräsenz erzählt. (…) Die Regisseurin, die sich wie Rainer Werner Fassbinder als Outcast in Lederjacke zu produzieren beliebt, sieht wiederum Tells Sohn als Gekreuzigten und den Apfelschuss als verkappten Inzestwunsch des Helden (…). Iris Stromberger, die sich die Figuren selbst auf den an diesem Abend sehr flexiblen Leib geschrieben hat, schafft einen ebenso amüsanten wie kulturbetriebs-kritischen Ritt über den See, ohne einzubrechen. Sie stellt die Figuren hin und führt in sie in einer sadistischen Liebe zum Detail vor.

Die öffentliche Probe zu Wilhelm Tell, neoliberal und postmodern fusioniert mit Gioacchino Rossinis Oper Guillaume Tell. Der eine liefert den Text, der andere die Musik, und das kleine Stadttheater gibt dem Ganzen den Rest.

(Wetterauer Zeitung)

Die Darmstädter Autorin und Schauspielerin Iris Stromberger muss das Theater doch sehr gern haben, und ebenso die Menschen, die da werkeln und träumen. Die Parodie zum Schillerjahr, Alles Theater!, ist nicht nur eine dolle Verkleidungs-Show, sondern auch eine Liebeserklärung an einen schwerfälligen, von Verrückten bevölkerten Betrieb, aber was wäre das Leben ohne ihn.

(Frankfurter Rundschau)